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Umgang mit schwierigen Wettkampfsituationen
    Jeder Sportler befindet sich irgendwann in kritischen Situationen. Das Publikum ist gegen einen, der Schiedsrichter entscheidet ungerecht, es gibt Fehlentscheidungen und nicht geahndete Fouls, der Gegenspieler provoziert und spielt "Spielchen". Spielunterbrechungen und Störungen bringen einen aus dem Spielfluss. Ein Matchball oder ein sicherer geglaubter Sieg wird vergeben.
    Man erleidet eine "vernichtende" Niederlage oder verletzt sich und wird um Monate harter Arbeit gebracht. Es gibt Sportler, die nur gut sind, solange sie sich nach oben spielen. Die Größe eines Sportlers zeigt sich aber in der Bewältigung kritischer Situationen.
Langfristiger Erfolg ist nur möglich, wenn der Athlet die Fähigkeit entwickelt, mit persönlichen und sportlichen Krisen kreativ und nutzbringend umzugehen:

- Wie kann ich unter Druck noch besser und noch konzentrierter spielen?
- Wie kann ich den Druck nutzen, um meine Leistung noch zu steigern?
- Wie kann ich gegen meinen Angstgegner bestehen?
- Wie werde ich immun gegenüber Störungen und (mentalen) Fouls?
- Wie kann ich an Niederlagen wachsen?

Innerhalb dieses Programms lernen Sie, wie Sie schwierigste Situationen meistern.

Beispiel 1    Ein Basketballspieler verzweifelte über einen anhaltenden Leistungsknick. Er konnte keine Bälle mehr werfen. Nach einer umfangreichen Analyse von Belastungsfaktoren, Mannschaftsdynamiken und Stressverhalten, trafen sich Sportpsychologe und Spieler zum mentalen Training. Der Spieler sollte sich bildlich auf Erfolge konzentrieren. Mit geschlossenen Augen visualisierte er sportliche Bewegungsabläufe. Gedanklich warf er Bälle, die alle im Korb landeten. "Das Gehirn aktiviert das gleiche Muster, als würde die Bewegung tatsächlich körperlich ausgeführt", sagt Sablotny in einem Interview. Eine Übung bestand darin, einen Wurf rückwärts in Zeitlupe zu visualisieren. Der Spieler trainierte die bildliche Vorstellung und konnte sein ursprüngliches Leistungspotential wieder umsetzen.
Beispiel 2   Ein Tennisspieler klagte nach einem Turnier über eine Knieverletzung, die aus ärztlicher Sicht schon lange verheilt war und Monate zurücklag. Dem Profisportler bereitete sie jedoch immer noch Schmerzen, die das Training für ein neues Turnier behinderten. Sablotny: "Menschen entwickeln nach Verletzungen Körperschonhaltungen, die dem natürlichen Bewegungsablauf widersprechen. Ist die Verletzung klinisch gesehen verheilt, wirkt immer noch das Schmerzgedächtnis. Das kann eine Bremse für Höchstleistung sein." Mit Hypnose wurde der Spieler in einen Trancezustand versetzt, der eine Erinnerung ermöglichte an die Zeit, als das Bein noch funktionstüchtig war. Verbindungen im Gedächtnis wurden durch diese Methode reaktiviert, der Spieler erlangte seine Leistungsfähigkeit zurück, die er vor der Verletzung besaß.